THOMAS ANDREAS BECK

09/02/2012

Demografische Entwicklung – Auswirkungen auf die Arbeitswelt

Das Unternehmen „BComplete” stellt mir im aktuellen Newsletter Fragen zu: Wie ein starkes Unternehmen der Zukunft organisiert sein soll? Welchen Einfluss hat die Entwicklung unserer Bevölkerung auf die Zukunftsfähigkeit von Klein- und Mittelbetrieben?

Thomas Beck, wie sehen Sie persönlich die zukünftige Entwicklung unserer Bevölkerung? Besteht Ihrer Meinung nach, schon heute in einzelnen Regionen und Unternehmen dringender Handlungsbedarf?

T. Beck: Unsere Bevölkerung entwickelt und wandelt sich stetig – demografischen Wandel gab es in der Vergangenheit und wird es auch in Zukunft immer geben. Wenn sich aber eine Gesellschaftsgruppe, wie wir in Europa, populationsmäßig degeneriert dann ist das ein ganz klares Zeichen des Wandels unserer Gesellschaft. Damit muss die Wirtschaft, die ein Aspekt der Gesellschaft ist, umgehen können. Der Trend des Geburtenrückgangs ist aus meiner Sicht eine „Wohlstandskrankheit“. Wir haben Eigeninteresse und individuellen Lebensstil oft über das Gesamtwohl der Generationen gestellt. Wichtig für Unternehmen der Zukunft ist die Erkenntnis, dass die Bevölkerung sich stetig wandelt und entwickeln wird. Die Demografie formt die Unternehmen und das Unternehmen kann die Demografie nicht kontrollieren oder beeinflussen.

Welche Auswirkung hat die demografische Entwicklung auf die zukünftigen Strukturen und Arbeitskonzepte eines Unternehmens?

T.Beck:Stagnierend starre Unternehmen, oft rein kostenorientiert werden in Zukunft nicht überlebensfähig sein. Diese Form von Unternehmen ist geprägt durch starre, fix fertige Konzepte und Strukturen. Wenn man in Zukunft mit dem Ziel arbeitet „alles soll gleich bleiben“ und man sich dann wundert, warum Menschen, wie zum Beispiel potenzielle Arbeitnehmer, da nicht mitspielen – dann hat man ein Problem. Ein Unternehmen ist kein fixes, starr gefertigtes Konstrukt sondern ein organisches Gebilde das aus Menschen besteht, die sich zusammentreffen und gemeinsamen Zielen nachgehen. Die organischen, lebendigen Unternehmensformen haben mit der Entwicklung unserer Bevölkerung kein Problem.

Der Nachwuchs an jungen Talenten, so genannte High-Potentials, wird knapper. Wie können speziell Klein- und Mittelbetriebe ihre langfristige Attraktivität als Arbeitgeber der Zukunft stärken?

T. Beck: Junge Talente haben andere Werte, andere Fähigkeiten und ein anderes Bewusstsein. Bei hoch qualifizierten, jungen Talenten stehen in Zukunft Mitgestaltungsmöglichkeiten, Individualentwicklung, Wertschätzung und Sinnerfüllung bei der Wahl der Arbeitgeber an oberster Stelle. Diese Generation strebt nach neuen Formen des Wirtschaftens, nach Wirtschaft der Freude. Erst an 3. oder 4. Stelle kommt die angemessene finanzielle Entlohnung. Beim Übergang in die Wissensgesellschaft wird die streng hierarchische Organisation immer fragwürdiger. Kreativität gedeiht nun einmal nicht auf Befehl.

Welche Organisationsstrukturen werden in Zukunft gebraucht?

T. Beck: Kreativität und Innovation entsteht aus meiner Sicht durch erlebte Beziehungen. Ich stelle die These auf, dass sich starke Unternehmen der Zukunft aus Berufungsgruppen bilden werden. Berufungsgruppen oder Berufungsgemeinschaften entstehen durch Menschen die gleiche Werte, Fähigkeiten und Interessen teilen. Diese Gemeinschaften besitzen ein hohes Maß an Sozialkapital und erlebte Solidarität. Sie nehmen Rücksicht auf Schwächere, bilden diese aus und tauschen Erfahrungen. Auf langfristige Sicht führen Berufungsgruppen hin zu einer selbstlernenden und selbstorganisierten Unternehmenskultur. Wir gehen klar weg von dieser längst zu verabschiedenden patriarchalen Unternehmensführung. Eine Kultur in der oben bestimmt wird wie man unten zu sein hat – diese Zeit ist klar und deutlich vorbei. Hierarchien wird es in unserer Gesellschaft immer geben. Starke Unternehmen der Zukunft werden natürlich geführt, strukturiert und organisiert. Aber nicht mehr nach dem Prinzip „oben sticht unten“ sondern stark nach dem Motto „die gemeinsame Aufgabe ist der alleinige Chef“. Starke Unternehmen der Zukunft basieren immer mehr auf kollektiven Entscheidungsprozessen. Kommunikation, Kooperation, Diskussion und Dialog führen zu gemeinsamen und nachhaltigen Entscheidungen. Die „Wir-Kultur“ wird in Zukunft unsere Entscheidungen stark prägen und prozessgetragene Strukturen entwickeln. Alleinstehende und isolierte Entscheidungen werden in Zukunft immer weniger. Die Eigentümer von Unternehmen müssen erkennen, dass das was sie tun und erwirtschaften eine Gemeinwohlleistung ist. Ein Unternehmen der Zukunft ist ein Platz wo Menschen, mit all ihren Potenzialen und Kräften, zusammenkommen um gemeinsame nachhaltige Lösungen entwickeln. Lebenslanges Lernen und erworbenes Können veraltet nicht.

Wie sehen Sie die Möglichkeit ältere Generationen aktive am Berufsleben teilnehmen zu lassen?

T. Beck: Immer mehr Menschen tun das was sie für sinnvoll erachten. Unser System muss Menschen schützen die nicht mehr erwerbstätig sein können (zB. durch Krankheit) aber gleichzeitig Menschen fördern und fordern ihrer Berufung nachzugehen und das zu tun was sie für sinnvoll erachten. Das ist die große Chance der Berufungsgemeinschaft – wir tun genau das was unserem Potenzial entspricht. Je angenehmer und sinnvoller eine Beschäftigung empfunden wird, desto größer ist das Interesse, sie lebenslang zu betreiben. Die Kernkompetenz vieler Büros liegt immer weniger in der Technik allein und immer mehr in der Ermöglichung von Kommunikation und Kooperation.

Für die Unternehmensverantwortlichen stellt sich deshalb die Aufgabe, das Büro neu zu definieren um das Beste aus den Mitarbeitern herauszulocken. Wie sehen Sie diesen Trend?

T. Beck: Die Büroraumaufteilung und -gestaltung folgt dem was im Unternehmen geschehen soll. Sie prägt die Kultur eines Unternehmens und kann kreative und kooperative Prozesse fördern und unterstützen. Wichtig sehe ich in Zukunft die Gestaltung von sozialen, lebendigen Räumen. Das sind Räume die ausgestattet sind mit flexiblen Elementen, die es mir ermöglichen ohne großen Aufwand Kommunikations- oder Kooperationsbereiche zusammenzustellen. Je nachdem welcher Aufgabe gerade nachgegangen werden soll. Das Büro der Zukunft wird sich nach den menschlichen Bedürfnissen – sozial und individuell - richten müssen. Eine Infrastruktur die sich gleichzeitig zum Arbeiten und Entspannen eignet. Wichtig für starke Unternehmen der Zukunft werden bestimmte Fixpunkte sein. Fixpunkte können Prozesse oder Räume sein – der sogenannte Herzschlag eines Unternehmens. Diese Fixpunkte sind gekennzeichnet durch wiederkehrende, klar erkennbare und gelernte Rituale oder Treffpunkte. Fixpunkte geben Orientierung, Verlässlichkeit und fördern Verbundenheit im Unternehmen.

Thomas Andreas Beck, versteht sich als utopischer Realist, der als Berater und Coach in unterschiedlichen Projekten für eine Wirtschaft der Freude arbeitet.

Das Interview fand im HUB VIENNA statt. Ein inspirierendes Paradebeispiel für die Arbeitsform der Zukunft. Das HUB VIENNA ist ein Arbeitsplatz welcher Raum für Ruhe, Kreativität, Innovation und individuelle Arbeit bietet und gleichzeitig Platz für Events oder Workshops einbindet. Die Mitglieder des Hub Vienna arbeiten an innovativen Ideen, die soziale, kulturelle und ökologische Herausforderungen adressieren.

Februar 9, 2012 in Coaching, Führung, utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)

25/01/2012

Neue Landschaft im Internet...

Die »Landschaft« meiner Internerpräsenz ist neu und wird in diesen Tagen online sein. Danke für 112.000 Seitenbesuche bisher!

))
Projekte, Beratung, Coaching_
Utopische Realisierungen
http://www.utopischerealisierungen.com/

))
Musik_
Tombeck und Band
http://www.tombeck.at/
 

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Der Blog
Thomas Andreas Beck
http://www.thomasandreasbeck.com/
 

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facebook_
Thomas Andreas Beck
http://www.facebook.com/ThomasAndreasBeck
 

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Initiative_
Wirtschaft der Freude
http://wirtschaft-der-freude.org/

 

Januar 25, 2012 in utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)

30/12/2011

Bis bald im Wald_ Ort der Entscheidung

 

Dezember 30, 2011 in utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)

...und ich düse, düse, düse im Sauseschritt...

Ab sofort Ökostrom-mobil unterwegs... 
Besonderer Film dazu: Warum das Elektroauto sterben musste

...und ich düse, düse, düse im Sauseschritt...

Dezember 30, 2011 in utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)

24/12/2011

Danke und Bitte.

Was für ein Jahr, was für eine Epoche, was für ein Leben.

Wir erleben Krise, Zusammen- und Umbruch unserer Systeme. Geld-, Gesundheits-, Pensions-, Umwelt-, Wirtschafts-, Familiensystem. Alles stagniert, krankt, kollabiert - teils langsam, aber sicher.

Wir Europäerinnen erleben diese geschichtsträchtigen Jahre der radikalen Gesellschaftstransformation erstmals friedlich. Dafür danke ich uns allen. Dafür bitte ich. Und dafür engagiere ich mich, gemeinsam mit Vielen.

Ich bitte zum Weihnachtsfest:
Uns alle um den Mut Hinzuschauen, Tabus zu entdecken und ans Licht zu bringen.
Um den Mut, dort wo die Angst uns warnt nicht blind zu flüchten sondern Hinzugehen, mitten rein in die Angst - auf uns Zugehen. In die Berührung, uns berührbar halten.
Uns alle, die Hingabe zu üben, uns im Annehmen des Unveränderbaren zu üben - um frei zu sein für den Fokus auf's Wesentliche, auf's Gestaltbare. Auf's Wirkliche.
Uns Alle bitte ich, die Unterscheidungsfähigkeit zu üben, um zu erkennen was aus der Liebe kommt - und was aus dem kleinen Geist, dem kleinen angstvollen Ego. Um zu erkennen, wer uns verführt und belügt - und wer wirklich heilend wirkt, Licht bringt und dient.

Uns allen wünsche ich, dass wir es schaffen: "Uns in unserer größten Kraft zu sehen, und daran zu erfreuen und uns bedingungslos in der Entfaltung unterstützen."

Es ist Zeit für Frieden,
Liebe.
Jetzt.

Danke und Bitte.

Dezember 24, 2011 in Persönliches, utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)

11/12/2011

Die größte Kraft ist das Ja zur Verletzung

»
Der Wille, der ist genauso wichtig wie keinen Zweifel zu haben. Zweifelsfrei dazustehen. Ich hab noch nie einen Apfelbaum getroffen, der zweifelt, ob er ein Apfelbaum sein soll. Geht mir übrigens mit den Rehen und Ameisen im Wald gleich. Diese Entfaltung in die größte Kraft ist keine Frage. Sie darf keine Frage sein. Es ist diese Präsenz im Jetzt. Ja zu dem, was da und möglich ist. Sobald ich zweifle, bin ich schon draußen aus der Kraft und sobald ich etwas sein will, bin ich auch draußen aus meiner Kraft. Wenn ich jemand anderen gefallen will, bin ich schon draußen aus der größten Kraft. Und mit der größten Kraft meine ich nicht die Messbarkeit, wow fünf Meter ist der Baum gross geworden, nein, ich meine mit der Größe das, was sich im Augenblick zeigen will. Da gehören aber auch die Verletzungen mit hinein. Die größte Kraft ist das Ja zur Verletzung. Dieses »ich zweifle nicht an mir«, selbst, wenn ich verletzt bin und daherkomme wie eine Havarie. Wenn mir der Wind einen Ast heruntergerissen hat, dann zweifle ich nicht an mir. Und wenn mir der Wind viel zu früh die Äpfel herunter gerissen hat, dann zweifle ich auch nicht. Dann gehe ich einfach weiter und schaue, was das Bestmögliche in dieser Situation ist.
«

Auszug aus Interview zu meinem Buch »Alles in die grösste Kraft« - fertig bis Frühjahr 2012

Dezember 11, 2011 in Führung, utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)

01/12/2011

Utopische Realisierungen. Wann, wenn nicht jetzt?

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1968. April. Am Achten. 12:15. Meine Geburt.

Was von all dem, das uns heute selbstverständlich umgibt war zu diesem Zeitpunkt schlichtweg Utopie? Flug zum Mond? iphone? Elektroautos? Europa im Frieden? Berliner Mauer? Cordoba? Die Pille? Künstliches Kniegelenk? Gleichberechtigung? Peakoil? Billigfluglinien? Glasfaserkabel? Quantenphysik? Schwarzer Präsindent in den USA? 

Und jetzt? Erfolg durch Wirtschaft der Freude.
Innovation, Motivation, Bewältigung.
Wir schaffen das.
UR einfach!

Dezember 1, 2011 in utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)

22/11/2011

Tombeck & Band | Ganz Leise | danke.

Danke an alle die dabei waren. Uns - Bernie, Thomas, Alex und mir - lief mehrfach die Gänsehaut rauf und runter, speziell während des spontanen Szenenapplauses bei "Die Erde bebt" und der Rumba/Salsa Version von "Freude"...

Wir haben's als gemeinsames Kunstwerk erlebt, Publikum und Band tief verbunden.

Und ja:
Die Erde bebt, die Erde lebt.
Aussen im Innern, das Beben ist in mir.
Die Erde lebt, die Erde bebt,
es gibt keine Anderen, es sind immer nur Wir!

Auf in die Liebe, JETZT is' Zeit!

Tombeck & Band | Ganz Leise | danke.

Tombeck & Band | Ganz Leise | danke.

Tombeck & Band | Ganz Leise | danke.

November 22, 2011 in Musik, utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (1)

17/11/2011

Veranstaltungshinweis: Im Zeitraum / Herzensbildung

Einladung - Permanentes Forum / Im Zeit-Raum

Di, 6. Dez. 2011, 18:30 h
Radiokulturhaus Argentinierstraße 30a
1040 Wien
"Herzensbildung: über die hohe Kunst des Helfens"

Im Rahmen der Sendereihe Im Zeit-Raum lädt Johannes Kaup die
beispielhaften sozialen Verantwortungsträger/innen Ute Bock, Cecily
Corti und August Schmölzer zum Gespräch ein.
http://radiokulturhaus.orf.at/radiokulturhaus/artikel/289560
Die "Im Zeit-Raum Lounge" im Anschluss bietet die Möglichkeit mit den
Podiumsgästen ins Gespräch zu kommen.

November 17, 2011 in Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)

16/11/2011

Utopische Realisierungen. Wann, wenn nicht jetzt?

In diesen Wochen erfolgt der »Umbau« der Tombeck GmbH in's Einzelunternehmen »Utopische Realisierungen - Thomas Andreas Beck« - mit Sitz im Hub Vienna, dem innovativen Ort für nachhaltige Entwicklung.

»Utopische Realisierungen« meint: Träume wahr machen. Scheinbar nicht zu Schaffendes in die Wirklichkeit zu holen. Wie das gelingen soll? Indem wir zu aller Erst gemeinsam daran glauben, hoffen und das was uns im Augenblick gegenüber steht lieben. Um dann in grösstmöglicher Offenheit kluge, gerechte, mutige und massvolle Lösungen zu entwickeln. Indem wir »Fremde« um Hilfe bitten, die Wissenschaft mit einbeziehen, neugierig Fragen stellen, unsere Grenzen erforschern, Glaubenssätze und Haltungen in Frage stellen, über uns selbst zu lachen beginnen, Streit suchen, Tabus aufdecken, Innovation provozieren, Beziehungen heilen, spirituelle Wege gehen, uns unserer Wurzeln besinnen...

Die Zeit für radikal neue Lösungen, neue Führung, neue Kultur, neues Unternehmertum, für eine »Wirtschaft der Freude« ist unübersehbar jetzt, gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir an der Verwirklichung.

Wir schaffen das.

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November 16, 2011 in utopische Realisierungen, Wirtschaft der Freude | Permalink | Kommentare (0)